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12. September: Auch in Bernau Tag des offenen Denkmals
Donnerstag, 12. August 2010
Motto: „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“ Alljährlich öffnen am zweiten Sonntag im September Häuser und Einrichtungen ihre Türen und Tore, die nicht jeden Tag zugänglich sind. Es werden Geschichten erzählt, um Geschichte lebendig werden zu lassen.

Erstmals wurde der Tag des offenen Denkmals 1984 in Frankreich veranstaltet und hatte auf Anhieb einen überraschend großen Erfolg. Schnell nahmen sich andere europäische Länder der Idee an, den Denkmalschutz an einem Aktionstag erlebbar zu machen. Seit 1991 gibt es den „European Heritage Day“ europaweit. Über 4,5 Millionen Menschen in mehr als 2.600 Städten und Gemeinden waren in ganz Deutschland am 13. September 2009 in Sachen Denkmalschutz auf den Beinen.

Auch in Bernau wird seit vielen Jahren ein Tag des offenen Denkmals organisiert. In denk-malgeschützten Bauten, Kirchen, Museen und Galerien werden am 12. September besondere Veranstaltungen und Führungen angeboten.

Der Tag steht in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto „Kultur in Bewegung – Reisen, Handel und Verkehr“. In Bernau werden mehrere Touren mit alternativen Fortbewegungsmit-teln angeboten.

Touren zu den Sehenswürdigkeiten
Angeboten werden 5 Touren, die kulturelle Sehenswürdigkeiten miteinander verbinden.

Per „Segway“ durch Bernau

Der Segway ist ein selbstbalancierender einachsiger Motorroller, der schon beim Zusehen dieses „Ich-will-auch-mal“-Gefühl weckt und nach 5-minütigem Fahrtraining garantiert jedem jede Menge Spaß bringt.

Tour 1: Von 10.15 bis 11.15 Uhr geht es per Segway von der Bernauer Galerie in der Bür-germeisterstraße zum Steintor, auf dem Stadtmauerweg zum Henkerhaus und stadtauswärts zum historischen Wasserturm. Die Tour endet in der Galerie, von wo aus man mit wenigen Schritten zur St.-Marien-Kirche gelangt, die ab 11.30 Uhr geöffnet ist.

Tour 2: Von 12 bis 13 Uhr wird Tour 1 wiederholt.
Kaum abgestiegen vom Segway können Sie nach dieser Tour von 13 bis 18 Uhr das kulturelle Angebot der Ladengalerie in der Brauerstraße nutzen.

Kosten: 34 Euro pro Person und Tour (max. 10 Teilnehmer pro Tour)
Anmeldungen: KF 26 – Segway tours, Katrin Fahland, Telefon (0 33 38) 75 43 11, E-Mail: info@kf26.de, www.ks26.de oder Stadt Bernau bei Berlin, Fremdenverkehrsamt, Telefon (0 33 38) 76 19 19, E-Mail: touristinformation@bernau-bei-berlin.de, www.bernau-bei-berlin.de

Auf zum Regiomobil-Spaß
Angebot 1: Start ist 10 Uhr per Regio-Mobil von der Galerie Bernau zum Baudenkmal Bun-desschule Bernau. Die Tour dauert ca. 2 Stunden.

Von 1928 bis 1930 errichteten der Bauhausdirektor Hannes Meyer (1869–1954) und der Bau-hauslehrer Hans Wittwer (1894–1952) die Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Ge-werkschaftsbundes (ADGB) als „Bau des Lebens“. Sie diente von 1930 bis 1933 und von 1947 bis 1990 der gewerkschaftlichen Bildung und zählt zu den bedeutendsten Baudenkmalen der Moderne in Europa. Um den Erhalt hat sich der Verein Baudenkmal Bundesschule Bernau e. V. verdient gemacht.

Angebot 2: Per Regio-Mobil geht es um 13 Uhr von der Galerie Bernau zum Schloss und Gutshof Börnicke. Auch diese Tour dauert ca. 2 Stunden.

Das historisch gewachsene Dorf mit etwa 500 Einwohnern – geprägt durch das Schloss mit Schlosspark, die Kirche und den Kirchhof, den Dorfteich und die alten breiten Baumalleen – ist seit 2003 ein Ortsteil der Stadt Bernau bei Berlin.
Kommerzienrat, Generalkonsul und Geheimrat Ernst von Mendelssohn Bartholdy, Neffe des bekannten Musikers Felix Mendelssohn Bartholdy, kaufte das Gut 1892. Sein Sohn Paul be-auftragte den Architekten Bruno Paul mit dem Bau des Schlosses. Der Architekt war auch für die Gartengestaltung und die Innenausstattung verantwortlich.
Seit 2003 bemühen sich der Förderverein und die Schloss gGmbH um die Entwicklung des Schlossgeländes. Der Verein „KulturGut e. V. Börnicke“ fördert die kulturelle Entwicklung im Dorf und organisiert Veranstaltungen wie das beliebte Storchenfest und den Advents-markt. Das Dorf ist Mitglied im Regionalpark Barnimer Feldmark e. V.

Kosten: 17 € pro Person und Tour (jeweils 10–17 Teilnehmer)

Anmeldungen sind zu richten an: Safari Lodge Blumberg (03 33 94) 5 62 22, E-Mail: mail@regiomobil.de, www.regiomobil.de oder Stadt Bernau bei Berlin, Fremdenverkehrsamt, Telefon (0 33 38) 76 19 19, E-Mail: touristinformation@bernau-bei-berlin.de, www.bernau-bei-berlin.de

Per Rad auf die „Tour de Kultur“

Der Kunst- und Kulturverein Barnim e. V. (KuKBAR) und die Städte Bernau bei Berlin und Werneuchen laden zur ersten „Tour de Kultur“ ein. Auf einem etwa 32 km langen Rundkurs werden sechs Ortschaften angefahren, in denen 30-minütige Besichtigungen, teilweise auch Führungen organisiert sind. Geplant sind beispielsweise Kirchenbesichtigungen, eine kleine Stadtführung oder der Besuch eines Ateliers. Die „Tour de Kultur“ beginnt in Bernau, führt über Börnicke/Helenenau nach Löhme, weiter nach Seefeld, Krummensee, Werneuchen und zurück nach Bernau. Start ist um 10 Uhr vorm Fremdenverkehrsamt in Bernau, Bürgermeis-terstraße 4. Rückkehr gegen 16 Uhr.
Das Startgeld beträgt 2 Euro pro Person. Kinder bis 16 Jahre können so mitradeln. Die Teil-nahme erfolgt auf eigene Verantwortung, eine Haftung des Veranstalters ist ausgeschlossen.
Weitere Informationen bei Familie Lehmann unter Tel. (0 33 38) 7 68 64 oder unter www.kukbar.de.


Geöffnete Baudenkmäler und Einrichtungen in Bernau

Baudenkmal Bundesschule Bernau-Waldfrieden
Hannes-Meyer-Campus 9
Geöffnet: 10–13 Uhr
10.30 Uhr: Vortrag zum Thema: „Auf dem Weg zur Bundesschule Bernau. Gewerkschaftliche Bildung in der Weimarer Republik“, Referent: Dr. Wolfgang Heyn
Anschließend: Führung durch den Meyer-Wittwer-Bau und die ehemaligen Lehrerhäuser

Dorfkirche Birkholz
Geöffnet: 11–18 Uhr
Führungen: stündlich
18 Uhr: Abschlusskonzert

Dorfkirche Börnicke
Geöffnet: 10–16 Uhr
11 Uhr: Führung
16 Uhr: Konzert mit der Band „BetweenTheShadows“, Lieder der Sängerin Loreena McKen-nit – ein Projekt der Musikschule Bela Bartok, Berlin-Pankow

Dorfkirche Ladeburg
Geöffnet: 10–18 Uhr
Führungen: stündlich
Galerie Bernau
Bürgermeisterstraße 4

Das im 18. Jahrhundert erbaute Haus wurde lange Zeit von Handwerkern bewohnt. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts befand sich hier ein großzügiges Kaiser’s Kaffee-Geschäft mit eigener „Schokoladenfabrik“. Zur Straßenseite hin hat das Haus eine Jugendstilfassade, zur Hofseite hin das typische alte Fachwerk. Das 1997 rekonstruierte Gebäude beherbergt heute die Galerie Bernau und das städtische Fremdenverkehrsamt.
Geöffnet: 10–17 Uhr
Ausstellung: „Im Wort stehen – Zum Bild“
Eine poetische und bildkünstlerische Korrespondenz zwischen Christoph W. Aigner und Jaqueline Merz, Ulrike Draesner und Lothar Seruset, Norbert Hummel und Frank Schäpel, Ilma Rakusa und Gabriele Rothemann, Christiane Schulz und Peter Marggraf, Sabine Techel und Marcel Prüfert.
Ständige Verkaufsausstellung von Hedwig-Bollhagen-Keramik.

Henkerhaus (Heimatmuseum der Stadt Bernau bei Berlin)
Am Henkerhaus
Vom 16. bis 19. Jahrhundert wirkte im Henkerhaus nachweisbar der Henker von Bernau, heu-te befindet sich hier eine Abteilung des Heimatmuseums mit festen und wechselnden Ausstel-lungen. Zu sehen sind Werkzeuge des Scharfrichters, u. a. das Richtschwert aus dem 16. Jahr-hundert. Das Gebäude ist etwa 380 Jahre alt.
Geöffnet: 10–13 und 14–17 Uhr

Herz-Jesu-Kirche
Ulitzkastraße/Bahnhofstraße
Die Wallfahrtskirche wurde von 1907 bis 1908 im Stil norddeutscher Backsteingotik erbaut.
Pfarrer Carl Ulitzka (1873–1953) verwirklichte sich damit seinen Traum von einer eigenen katholischen Kirche in Bernau. Besonders zu beachten sind die restaurierten figürlichen Glas-gemälde auf den Fenstern, das bemerkenswerte Raumkonzept sowie ein seltenes Maria-Hilf-Gemälde.
10 Uhr Wallfahrtsgottesdienst und bis 15 Uhr Andacht in der Kirche, ab 15 Uhr kann die Kir-che besichtigt werden

Ladengalerie
Brauerstraße 4
Im klassizistischen Stil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts modernisiertes ehemaliges Fachwerkhaus. Das Wohn- und Geschäftsgebäude mit Hof und Remisen wurde von 1999 bis 2001 denkmalgerecht saniert. Heute befindet sich hier die Ladengalerie, die mit ihren Ausstel-lungen und Veranstaltungen das kulturelle Leben in der Stadt bereichert.
Geöffnet: 13–18 Uhr
Ausstellung: Matthias Gubig – Lesebilder; Mattias Gubig, Berliner Buchgestalter und Grafi-ker, Professor für Kommunikationsdesign an der Weißenseer Kunsthochschule, ist mehrfach ausgezeichnet worden in den Wettbewerben „Die 100 besten Plakate“ und „Schönste Bücher aus aller Welt“. Aus seinem umfangreichen Schaffen werden Bücher, Plakate und Grafiken gezeigt.
Schloss und Gutshof Börnicke
Ernst-Thälmann-Straße 1
Geöffnet: 13–17 Uhr
Führungen durch das historische Schloss: stündlich

Speicher auf dem Gutshof
Ernst-Thälmann-Straße 1
10 Uhr: Workshop im Speicher Börnicke zum Thema „Kein Handel ohne Wiegen, Zählen und Papier – Experimente zum Wiegen und Zählen wie vor hundert Jahren“ und Papierschöpfen, 18 Uhr: Treffen von Wanderern, die auf dem Jacobsweg pilgerten

Steintor mit Hungerturm (Heimatmuseum der Stadt Bernau bei Berlin)
Steintorvorplatz
Geöffnet: 10–13 und 14–17 Uhr

Teil der Befestigungsanlage, die Ende des 13., Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet wurde und als Wahrzeichen der Stadt bezeichnet werden kann. Seit 1882 befindet sich im Steintor eine Abteilung des Heimatmuseums, in der Waffensammlungen, Zeugnisse alter Handwerks-kunst und Schriften aus der Stadtgeschichte ausgestellt sind. Der Hungerturm kann seit 1994 bestiegen werden.

St.-Georgen-Kapelle
Mühlenstraße
Geöffnet: 10–16 Uhr
Älteren Nachrichten zufolge wurde das Hospital 1328 von der Bernauer Tuchmacher-Gilde gestiftet, um bedürftigen alten Männern und Frauen Wohnung und Unterhalt zu gewähren. Nach der Zerstörung durch die Hussiten im Jahr 1432 wurde die Hospitalkapelle im 15. Jahr-hundert wieder errichtet. Das Hospitalgebäude stammt aus dem Jahr 1738, wurde 1809 mit einer massiven Giebelwand versehen und zwischen 2002 und 2005 umfassend saniert. Die Stiftung Sankt-Georgen-Hospital zu Bernau ist wahrscheinlich die älteste Stiftung im Land Brandenburg.

St.-Marien-Kirche
Kirchplatz
Geöffnet: 11.30–17 Uhr
11.30–13.30 Uhr: Buchvorstellung „Kirchen in Brandenburg und ihre Hüter“ von der Heraus-geberin Dr. Kara Huber, Berlin
Der Band „Brandenburgische Dorfkirchen und ihre Hüter“ versammelt Text und Fotografien zu rund 20 Stadt- und Dorfkirchen im Land Brandenburg. Prominente Paten, darunter Richard von Weizsäcker, Katrin Göring-Eckardt, Otto Graf Lambsdorff, Günter de Bruyn und Matthias Platzeck stellen „ihre“ Kirchen vor. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung durch ein Programm mit alter Musik, vorgetragen durch Schülerinnen und Schüler der Musikschule Bernau.

12.30, 13.30 und 14.30 Uhr: Dachstuhlführungen

Aus einem vermutlich spätromanischen, dann gotisch veränderten Feldsteinbau ist eine vier-schiffige Backsteinhallenkirche hervorgegangen. Das 1519 vollendete Gebäude ist 54,5 Meter lang und 30 Meter breit. Der ursprüngliche Doppelturm wurde 1846 durch den heutigen (57,4 Meter hoch) ersetzt. Das bedeutendste Ausstattungsstück ist der Marienaltar aus dem 16. Jahrhundert mit drei Schauseiten.

Wasserturm (Stadtwerke Bernau)
Schönower Chaussee/Oranienburger Straße
Geöffnet: 10–17 Uhr
1910/11 wurde zur Versorgung der Bernauer Haushalte mit Wasser nach einem Plan des Ber-liner Ingenieurs Prinz ein städtisches Wasserwerk gebaut. 1911 wurde dazu auf der höchsten Erhebung der Stadt der 44 m hohe Turm errichtet. Als technisches Denkmal gehört er heute zu den dominierenden Bauwerken der Stadt.


 
 
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