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„Unser großes Glück sind die Kinder"
Freitag, 30. April 2010
Diamantene Hochzeit feierten am Donnerstag Gertraud und Gerhard Gutsche aus Schönow. Bürgermeister Hubert Handke überraschte sie in ihrem schön geschmückten Garten mit einem großen Blumenstrauß und wünschte ihnen noch viele weitere glückliche Ehejahre.

Noch gut erinnerten sich Gutsches an den Tag ihrer Hochzeit. „Wir haben hier in Schönow geheiratet. Damals hat allerdings nicht die Sonne geschienen. Ganz im Gegenteil: Es hat ge-regnet und gestürmt." Vielleicht als Ausgleich dafür lag all die Jahre viel Sonnenschein auf der Ehe der beiden. Ihr großes Glück sind ihre drei Kinder, sechs Enkelkinder und die Uren-kelin Celia.

 

Auch die zwei Töchter und der Sohn sind mit den Eltern sehr zufrieden, versicherte mit ein wenig Schalk in den Augen Tochter Helga. „Wir durften Zuhause vieles. Unsere Eltern waren sehr tolerant, sind immer mit der Zeit gegangen." Diskussionen habe es allerdings schon mal gegeben, wenn die Röcke der Mädchen allzu kurz waren, relativierte dies Gertraud Gutsche schmunzelnd. Zusammen mit dem Bürgermeister blätterte sie in dem von ihren Kindern ge- stalteten Fotobuch, das nicht nur Familien-, sondern auch ein wenig Ortsgeschichte wider-spiegelt.

 

Gerhard Gutsche, der vor 88 Jahren im alten Bernauer Krankenhaus zur Welt kam, erinnert sich noch gut an die Inflation in den 20er Jahren. „Mittags bekam der Vater den Lohn für den Tag. Den hat Mutter abgeholt und schnell Brot dafür gekauft." Er habe die Weimarer Repub-lik, die Nazizeit und die DDR erlebt. „Jetzt haben wir Sonnenschein", so der ehemalige Be-rufsschullehrer, der den 2. Weltkrieg wohl nur überlebt hat, weil er schon 1943 in amerikani-sche Gefangenschaft geriet und dadurch nicht mehr an die Front musste.

 

Silvester 1946, kurz nach seiner Rückkehr aus den USA, lernte er dann im „Alten Krug" in Schönow seine Gertraud kennen. Beide waren froh, endlich einmal wieder tanzen zu können. Nachdem sie einen Pfannkuchen miteinander geteilt hatten, funkte es auch bald zwischen ih-nen. Auf Hochzeitsreise ging es dann übrigens mit dem Schiff nach Werder. Zur Baumblüte. Nicht zur Kirschenernte, sondern zum Kartoffeln-Stoppeln auf die Felder fuhren die beiden später oft per Rad. Schließlich waren bald drei weitere Mäuler zu stopfen. Natürlich habe man auch immer Hühner und Kaninchen gehalten und Gemüse selbst angebaut, damit genügend zu essen da war.

 

Das Fotobuch reicht nicht aus für Erinnerungen aus fast 60 Jahren. „Vielleicht sollte man so manche Geschichte einmal aufschreiben", meint Tochter Erika. Doch am Wochenende wird erst einmal mit Freunden und der ganzen Familie Diamantene Hochzeit gefeiert.

 


 
 
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